7 Schritte auf dem Weg zu mehr Charisma

Was bedeutet Charisma? Was sagen Fachleute dazu? Welche wirkungsvollen Schritte kannst Du selber unternehmen, um Dein Charisma zu verbessern?

Charismatische Menschen vereinen meist Eigenschaften in sich, die andere Menschen als erstrebenswert erachten. In deren positiver Ausstrahlung spiegelt sich Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit wieder.

Was bedeutet eigentlich Charisma?

Das Wort Charisma kommt aus dem Griechischen und bedeutet ursprünglich „Gnadengabe“. Im religiösen Kontext bezeichnet Charisma die Fähigkeit, Offenbarungen und Inspirationen zu empfangen. Doch auch in unserem alltäglichen Sprachgebrauch verwenden wir diesen Begriff. Charisma wird im Alltag häufig auf Führungspersönlichkeiten bezogen und drücken somit eher ein Konzept von Autorität aus. Charismatische Personen inspirieren andere mit ihren Visionen und strahlen ein Selbstbild aus, welches viele Menschen als erstrebenswert erachten.

Eine allgemeingültige Definition was nun „Charisma“ genau ist, kenne ich persönlich nicht und habe eine solche auch nicht gefunden. Aber wir können dazu verschiedene Fachleute zu Wort kommen lassen, in der Hoffnung, dass sich aus den verschiedenen Anregungen und Blickwinkeln ein passendes Bild für jeden Einzelnen ergibt. ...

Was einige Fachleute zu Charisma sagen....

In einem Artikel des deutschen Magazins, Fokus, habe ich einen Artikel über Charisma gelesen. Dort wurde eine britische Studie zitiert, die ein stabiles und intensives Selbstwertgefühl für die besondere Ausstrahlung eines Menschen verantwortlich machte.

Meine Überlegungen dazu: Meiner Erfahrung nach halte ich das ebenfalls für richtig. Wenn ich an einen aufrecht stehenden Menschen denke, der weiss, wer er ist, kommt mir (s)eine Ausstrahlung i.d.R. eher stark vor. So wirkt der Mensch aus sich heraus auf Andere. (Was jeder auf seine Art und Weise tut, nur nicht immer mit dem gewünschten Ergebnis.)

Die Autorin Gloria Beck findet das Geheimnis charismatischer Persönlichkeiten in Personen, die  aussergewöhnlich denken, regelfremd sind und ihre Meinungen unabhängig verkünden, auch wenn sie damit ausserhalb der Norm stehen.

Interessanter Aspekt: Menschen, die aus der Norm fallen und auch in ihren Äusserungen zu sich stehen, sind auf jeden Fall auffällig. Ob ich sie auch gleichzeitig als charismatisch wahrnehmen würde, hängt wahrscheinlich davon ab, ob neben der Andersartigkeit noch etwas dabei wäre, was fasziniert...

Der Psychologe Richard Wiseman, Professor an der Universität Hertfordshire, hat drei Merkmale benannt, über die Menschen mit Charisma verfügen. Diese sind:

  • Charismatische Menschen empfinden Emotionen sehr stark
  • Sie sind in der Lage, auch andere Menschen derart starke Gefühle erleben zu lassen
  • Sie sind resistent gegenüber Einflüssen anderer charismatischer Menschen

Wenn ich böse wäre, was ich natürlich nicht bin, würde ich entgegnen, ein cholerischer Mensch empfindet Emotionen ebenfalls sehr stark und lässt  z.B. bei einem Wutausbruch Andere „daran teilhaben“. Und ja, in einem richtigen Wutrausch ist er NATÜRLICH auch resistent gegen Einflüsse von anderen Menschen, egal ob diese charismatisch sind oder ein „Waschlappen“.

In dem vorhin bereits zitierten Artikel des deutschen Magazins, Fokus heisst es ausserdem: „Paul Joosse, Doktorand der Soziologie an der Universität von Alberta, hat das Charisma von dem religiösen Führer John de Ruiter untersucht. Der Kanadier de Ruiter ist bekannt dafür, auf der Bühne zu sitzen, seine Anhänger anzustarren und stundenlang nichts zu sagen. Wenn er dann mal spricht, macht er mitten im Satz minutenlange Pausen. Wenn ihm Fragen gestellt werden, antwortet die “lebende Verkörperung der Wahrheit“, wie er sich nennt, oft mit Schweigen. Schon über zehn Jahre ist de Ruiter mit seinem Schweigen überaus erfolgreich und hat auf der ganzen Welt Tausende von Anhängern.“

In den Beobachtungen über John de Ruiter beschreibt Herr Joosse einige Techniken, die de Ruiter verwendet und die auch in der Hypnose und im Mentaltraining angewandt werden. Zusammengefasst sind es:

a) eine klare Fokussierung und Konzentration aufbauen

b/ starke Erwartung entstehen lassen, und zwar auf das, was passieren könnte

c) Sätze nicht zu Ende sprechen bzw. Pausen einbauen - da entsteht viel Raum für Eigenes, was in den unbewussten Schichten weiter wirken kann.

Jetzt lenken wir den Blick aber einmal auf uns selber.

Wie steht es bei Dir?

Sicherlich fällt Dir jemand ein, den Du insgeheim für sein/ihr Charisma bewunderst. Vielleicht wärst Du auch gern ein bisschen mehr wie diese Person? Aber kann man sich Charisma antrainieren? Oder sind einige einfach damit gesegnet, während andere es schlichtweg nicht haben? Hier stellt sich also die Frage der Erlernbarkeit.

Kann ich lernen charismatischer zu sein oder nicht?

Die Beantwortung dieser Frage hängt vom Weltbild des Einzelnen ab. Es gibt Menschen, die da eine eher deterministische Sicht haben, so nach dem Motto: „Es war immer so. Das habe ich einmal so gelernt und so bleibt es. Für diese Menschen wäre es eventuell schwierig, sich vorzustellen, dass sie mehr Ausstrahlung bekommen könnten.

Und dann gibt es die Menschen, die z.B. interessiert, recht aufgeklärt und offen sind. Und möglicherweise haben sie sogar schon einmal mitbekommen, dass die Gehirnforschung mittlerweile herausgefunden hat, dass sich durch unsere Erfahrungen die Verknüpfungen im Gehirn ständig verändern. Diese Menschen würden es wahrscheinlich auch für möglich halten, durch die eigene Veränderung oder bestimmte Lern- und Erinnerungsprozesse mehr Ausstrahlung bekommen zu können. Natürlich ist damit eine passende, authentische Ausstrahlung gemeint.

Ja, aber....

Nun gibt es natürlich Menschen, die EINFACH CHARISMA HABEN und denen einiges, was als charismatisches Auftreten bezeichnet wird, von Natur aus leichter fällt. Das sind Personen, die man als “geborene Redner“, “Visionäre“ oder “klassische Führungspersönlichkeiten“ bezeichnet. Ihnen wurde dieses Talent scheinbar in die Wiege gelegt. Alle anderen müssen aber dennoch nicht verzagen – viele Komponenten von Charisma können trainiert werden.

Es ist ein Training, was nur in einem selbst stattfinden kann. Ein gesundes Selbstwertgefühl zu entwickeln ist einer der grundlegendsten Schritte dabei.

7 Schritte auf dem Weg zu mehr Charisma

Schritt 1: Wer bin ich eigentlich?

Der Weg zu mehr Charisma eröffnet sich für die meisten Menschen erst einmal über Selbsterkenntnis. Welche Stärken und Schwächen habe ich überhaupt? Welche Talente besitze ich? Wie habe ich diese Aspekte bis jetzt eingesetzt? Was ist dabei herausgekommen?

Wer sich generell gerne beobachtet und kennt, kann hier wahrscheinlich sofort einiges nennen. Die Anderen dürfen erst einmal beobachtend neugierig werden und in sich gehen...

Schritt 2: Anerkennen....

Wenn ich eine Idee über meine Stärken und Schwächen habe, kann ich sie wie mein Arbeitsmaterial anschauen. Dabei ist die Definition, was nun genau eine Schwäche bzw. Stärke darstellt eigentlich offen, d.h. kontextabhängig. Eine vermeintliche Schwäche kann sich in manchen Situationen als Stärke erweisen. Und manchmal wird aus einer falsch eingesetzten Stärke eine Schwäche. Dir fallen dazu bestimmt eigene Erfahrungen ein.

Schritt 3: Der Körper kann helfen oder stören.....

In manchen Situationen fühlen wir uns einfach selbstsicher, löwenstark, gut in unserer Haut. Das ist ein Gefühl bzw. Zustand, den jeder kennt. Wir können uns daran erinnern, indem wir in unserer inneren Erfahrungsschatzkiste kramen und genau so eine Situation herausfischen, in der wir uns einfach gut gefühlt haben. Ist die Erinnerung präsent, mache Dir bewusst: Wie war der Stand? Die innere und äussere Haltung? Der Kontakt zu Boden? Falls es eine Situation im Kontakt mit Anderen war, wie war der Blick? Wie war die Kopfhaltung? Und die innere Stimmung?

Schritt 4: Gezieltes Probieren hilft!

In einer ruhigen Minute kann ich ausprobieren: Wie fühle ich mich, wenn ich meine Arme vor dem Körper verschränke? Und wie, wenn die Arme offen sind? Die Beobachtungen und Erkenntnisse einer offenen und einer geschlossenen Körperhaltung lassen sich auch bewusst im Alltag einsetzten.

Schritt 5: Weiter und tiefer gehen.....

Welchen Sinn gebe ich meinem Leben? Wonach strebe ich? Für welche ethischen Werte stehe ich ein? Anmerkung: Hast Du schon einmal Menschen gesehen, die ihr Leben so klar auf eine bestimmte Sinngebung ausgerichtet haben, dass es von aussen direkt sichtbar war? Falls Du jetzt nickst, erinnere Dich, wie diese Person auf Dich gewirkt hat.

Schritt 6: Echte Interessen in mir wecken und kultivieren....

Vor einiger Zeit habe ich den Spruch gelesen: „Nur wer sich interessiert, ist interessant!“ Da ist doch etwas dran, oder? Also in dem Sinne: wofür interessiere ich mich? Kann ich mich wirklich für mich selber interessieren? Echt und wahrhaftig an meinem Wohlergehen teilhaben? Und wie sieht es mit dem echten Interesse an anderen Menschen aus oder auch gegenüber Tieren, der Umwelt, der Erde?

Schritt 7: Wie es in den Wald hinein ruft....

Beim Charisma geht es natürlich auch um die Aussenwirkung. Deshalb seien hier die Fragen gestattet: Was präsentiere ich meiner Umwelt? Auf welche Art kommuniziere ich? Wie ist meine Sprache: direkt, indirekt, positive Wortwahl, wertschätzend oder herabwürdigend? Wie benutze ich meine Stimme? Meinen Körper? Wie sind die Gesten? Wie kleide ich mich? Wie sind meine Umgangsformen?

 

Viel Spass beim Entdecken und experimentieren.

 

PS: Viel Spass mit den 7 Schritten, beim Überlegen, Erforschen, experimentieren, verwerfen und bewahren. - - - Und wer noch mehr will, kann sich gerne auch über die Möglichkeiten der Charismasteigerung durch Hypnosecoaching informieren. Hier lesen Sie mehr

© 2013 text by Cordula Mezias. Das Copyright und die kommerzielle Nutzung des hier veröffentlichten Textes verbleiben bei der Autorin,  Bild: von keith ellwood (Fallera, Valencia Spain), via Wikimedia Commons