Die Macht unserer Einbildungskraft

Unsere Erwartung verändert etwas in uns. Messbar ist das mittlerweile in zahlreichen wissenschaftlichen Studien. Wie Sie wahrscheinlich wissen, werden in der Arzneimittel- und Medizinforschung in klinischen Studien so genannte Placebos eingesetzt, um die therapeutische Wirksamkeit verschiedener Verfahren möglichst genau erfassen zu können. Placebos sind Tabletten, Trägerstoffe, Applikationen ohne Wirkstoff. Der sogenannte Placebo Effekt – eine positive Wirkung ohne Wirkstoffeinnahme - entsteht durch die Erwartung des Probanden.

Was können wir aus der Placebo-Forschung lernen?

Mittlerweile gibt es einen gesonderten Forschungszweig, die Placebo Forschung, die sich explizit mit dem Placebo-Phänomen auseinandersetzt. Hier wird der Einfluss unserer Einbildungskraft, Erwartung und Überzeugung auf die Wirkung von Therapien und Interventionen erforscht. Der Placebo-Forscher Professor Paul Enck erklärt: "Irgendwo im Gehirn verändert sich etwas wenn ich glaube. Irgendwo im Gehirn verändert sich auch etwas wenn ich Angst habe. Das heißt: Diese psychischen Prozesse haben ihre eigene Biologie und die wird mit Placebo verändert." Grundlage der Placebo-Wirkung ist die Beziehung zwischen Körper und Geist: Im Gehirn gibt es Schnittstellen, an denen Wahrnehmungen, Gedanken, in messbare biochemische Prozesse umgewandelt werden.

Ein konkretes Beispiel hierzu

Ein konkretes Beispiel über die Macht unserer Einbildungskraft wird in dem folgenden Experiment deutlich: den Teilnehmern dieses Versuches wurde gesagt, dass die Wirkung von Alkohol getestet werden soll. Sie erhielten ein Getränk und wurden danach in einen Fahrsimulator gesetzt. Das erstaunliche Ergebnis war: die Versuchspersonen fuhren Schlangenlinien und zwar umso heftiger, je mehr sie von der verabreichten Flüssigkeit getrunken hatten. Jedoch ist in den Gläsern überhaupt kein Alkohol gewesen, der Alkoholgeschmack war künstlich.